Eine kleine Randnotiz zu Kreativität, Denglisch, Hochdeutsch und Sprechfluss

Antwort: Damit Sie mich verstehen. Und zwar gleich auf zwei Ebenen: Auf der sprachlichen und auf der der Aussprache. Denn das Gehirn muss zwischen den zwei Sprachen umschalten, was Arbeit kostet (weiss in Analogie gerade der Informatiker, jawohl!).

Zweitens ist der Zugang zu den kreativen Potentialen durch eine solche zusätzliche Barriere des Umschaltens erheblich behindert. Weitsichtige Firmenchefs wissen das und folgen dem seit etwa zehn Jahren andauernden Trend der Regionalisierung, der z.B. weiss, dass man sich in der Muttersprache am schnellsten bewegen kann (gilt auch für Bilinguale, dann eben zwei).

Und die Texte und Artikel erst mal wieder in der Muttersprache abfassen lässt statt im modisch-angestrengten Englischgetue.

Ein Denken, das das Unbewusste benötigt (und das ist für kreative Prozesse erforderlich) und in der Fremdsprache stattfinden soll, erfordert eine gewaltige Arbeit des Umschaltens. Damit verschenkt man Potential

Da das Hochdeutsche den guten Sprechfluss fördert (unter gewissen weiteren Voraussetzungen), erzeugt das Denglisch (wer’s nicht weiss: Das Mischen von Englisch in die deutsche Sprache) gleich mehrfach Probleme:

In der Aussprache, also in der Artikulation ist ein Umschalten erforderlich, aber auch in den Gedanken. Und letztendlich zerstört es einen funktionierenden Zusammenhang, den eine korrekte Hochsprachenaussprache darstellt, auf deutsch: Versaut nicht nur die Aussprache, sondern auch unsere Gedanken.
(Deutsch, Französisch, Englisch, Holländisch, ja Holländisch)

Dazu mehr in meiner nächsten Randnotiz. Damit es alle verstehen.

Und dass ich mit meinem “Rundbrief” in punkto Verständlichkeit richtig liege (weil ich mich in der Funktionalität einer Hochsprache bewege, die eine grosse Tiefe besitzt, auch im Unbewussten, hallo!), ersieht man z.B. an der Firma Douglas, mit ihrem “come in and find out”.

(Viele!) Deutsche Firmen mussten durch eine Untersuchung massiv darauf hingewiesen werden, dass sie mit ihrem denglischen Modegeschwätz, ja!, den Kunden nicht erreichen!

Ich fand immer, dass man sich das denken kann. Sich einfach so denken, denn das ist logisch, finde ich.
Dass ich mit diesem Vorgehen besser als als ein grosser Teil der deutschen Wirtschaft lag, konnte ich nicht wissen.

Viel Spass also bei der Lektüre des SPIEGEL-Artikels zu “Come in and find out” und anderem Werbeblödsinn!
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28591030.html  -  (Den Link finden Sie auch in der Spalte links)

Oder wissen Sie, was “SALE” bedeutet? Dafür finde ich allein sieben schöne, deutsche, lebendige Ausdrücke, die jeder versteht und bemerkenswerterweise genau das bezeichnen, was gemeint ist statt der Selbstbefriedigung des Werbers zu dienen.

Ich weiss, ich weiss, für die Fachleute: Bilingualität fördert die Kreativität, ist aber auch erst einmal mühsam, wenn man sich nicht im Pidgin bewegen will, also dem Durcheinander mehrerer Sprachen ohne grosse Tiefe. Oder hat jemand schon mal einen Goethe des Pidgin gesehen?

Dazu gerne mehr in einer nächsten Randnotiz
Herzlichst, Ihr Werner Gorzalka

Alle Rechte vorbehalten ©2011 by Werner Gorzalka

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